Die Deutschen sparen gerne und viel, das war schon immer so. Aber irgendwie ist es doch komisch, nachhaltig einzukaufen, zu verreisen oder sich sonst wie um Umwelt und Umfeld zu kümmern und dann bei einer Bank anzulegen, die in fragwürdige Aktivitäten investiert. Aber welche Bank tut das? Und welche Bank legt verantwortungsbewusst und ökologisch vertretbar an? Wie kriege ich den Durchblick und wie kann ich wechseln? Darum geht es diesen Monat.

Fibur.de
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Nachhaltige Finanzen und Geldanlagen

Wir haben ins Deutschland über 1.800 Banken. Davon sind laut verschiedener Untersuchungen einige an der Finanzierung von Atomwaffen beteiligt. Andere unterstützen Kinderarbeit und Atomstrom – was da genau dran ist, versuchen wir rauszufinden. Denn Tatsache ist: wir legen unser Geld an und die Banken arbeiten damit – es bleibt ja nicht einfach in einem Tresor liegen. Aber immer mehr Banken, Versicherungen, Pensionskassen, Unternehmen oder Stiftungen investieren nach und nach auf Basis nachhaltiger Anlagestrategien. 2015 waren es bereits 58 Prozent von 200 befragten Investoren, so eine Studie der Universität Stuttgart.

Was machen diese „grünen Banken“anders als andere?

Einige Aspekte können sein, dass sie nicht mit Nahrungsmitteln spekulieren, nicht in Waffengeschäfte investieren, nicht die Energiewende bremsen und statt dessen z.B. ihre Geschäfte offen legen. Und sie investieren ihr Geld sinnvoll, also in ethisch vertretbare Unternehmen zum Beispiel, geben Kredite an nachhaltige Start Ups und investieren in Projekte für ökologisch nachhaltige Entwicklung oder in soziale Projekte. Und meist werden hier keine Bonuszahlungen für Mitarbeiter ausgezahlt.

Das Volumen nachhaltiger Geldanlagen hat sich laut Angaben der Global Sustainable Investment Alliance in den vergangenen zehn Jahren versechsfacht – auf 23 Billionen Dollar. Aber was mit dem Geld konkret passiert? Das schauen wir uns auch an und werfen einen Blick auf Projekte auch hier aus NRW, die mit Hilfe grüner Banken startfinanziert-wurden.

Müssen solche grünen Banken denn irgendwelche Auflagen erfüllen?

Es gibt keine gesetzliche Definition für nachhaltige Geldanlagen. Selbst Finanzleute sind sich nicht einig, welche Punkte erfüllt sein müssen. Aber es gibt für uns gute Orientierungshilfen wie z.B. Siegel, es gibt unabhängige Berater und so einen Verein namens „Facing Finance“ mit Sitz in Berlin, der die Geldflüsse von nicht-grünen Banken aufdeckt. Jedes Jahr wird hier der „Dirty Profits Report“ veröffentlicht, in welchem Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung untersucht und die Finanzbeziehungen von global agierenden Unternehmen zu deutschen Banken aufgedeckt werden. Das schauen wir uns genauer an diesen Monat, wir gucken aber auch welche Siegel es gibt und wie ein Wechsel funktioniert.

Geldanlage Verbraucherzentrale

Sind grüne Geldanlagen sicher?

Ein Risiko gibt es natürlich immer – auch bei nicht-grünen Anlagen, aber Banken mit Nachhaltigkeitszielen sind längst keine Nische mehr. Wir müssen also nicht auf Rendite, gute Qualität oder seriöse Produktpartner verzichten. Mehrere Studien, z.B. von einigen Hochschulen, legen nahe, dass Grüne Geldanlagen gleich viel oder sogar mehr Gewinn abwerfen und sicherer sein können als die herkömmlichen Konkurrenten. Denn sie agieren oft weniger riskant, sind im Wettbewerb besser aufgestellt und entwickeln sich auch an der Börse oft besser. Ich muss natürlich trotzdem vergleichen: alleine die Depotführung kann zwischen null und 55 Euro pro Jahr variieren und einige Banken rechnen nicht nach Laufzeit, sondern nach Depotinhalt ab. Das kann zu großen Preisunterschieden führen.

WDR5 Quarks Kick Off-Gespräch