In den Urlaub fahren will jeder. In der Stadt von A nach B kommen will jeder. Mobilität und Fortbewegung sind wichtig, haben aber auch Einfluss auf unsere Umwelt. Im August geht es, jetzt zur Ferienzeit, deshalb um nachhaltiges Reisen, um „Ökotourismus“ und was das eigentlich genau bedeutet. Und um nachhaltige Mobilitätskonzepte. Aber habt ihr schon mal überlegt, dass Car Sharing sogar kontroproduktiv sein kann?

Man kann durchaus „grün“ verreisen, umweltschonend Urlaub machen und entspannen. Und wir schauen uns diesen Monat an, wie das am besten klappen kann.

Unsere Ökobilanz

Die Deutschen sind Reiseweltmeister, ständig unterwegs, Städtetrips, Fernreisen, Rucksacktouren. Aber unser Reiseverhalten hat Auswirkungen – je nach Ziel und Fortbewegungsmittel mehr oder weniger. Eine Autoreise von Düsseldorf nach Rügen verbraucht etwa 80kg CO2 pro Person, ein Flug nach Mallorca verursacht Emissionen von 925 Kilogramm CO2 pro Person. Bei einem Flug nach Mexiko sind es sogar 6.500 Kilogramm. Wir schauen im August aber auch auf unterschiedliche Reisen wie Wintersporturlaub, Freizeitparks und Co, was davon das umweltfreundlichste Reisevergnügen ist.

Ökotourismus

Laut einer Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen heißt es, dass für ein Drittel der Befragten in Deutschland die ökologische Verträglichkeit ihres Urlaubs wichtig sei, 38 Prozent wollen sozialverträglich verreisen und 42 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass sich die Reiseveranstalter vor Ort für den Umwelt- und Artenschutz oder für Bildungsprojekte engagieren. Die Zahlen der Ökotouristen steigen auch steigen stetig an – seit 1990 wachse der Ökotourismus jedes Jahr um ein ordentliches Stück, sagt die International Ecotourism Society (TIES) in Washington. Damit steigt natürlich auch die Zahl der Anbieter, aber da gibt es viele schwarze Schafe, Veranstalter und Hotels, die ein Stück vom „grünen Kuchen“ und den Gewinnen abhaben wollen. Eine Solaranalge auf dem Dach macht eben noch kein nachhaltiges Hotelkonzept aus. Und wir möchten gucken: welche Siegel und Zertifikate gibt es? Wie erkenne ich echte Nachhaltigkeit? Sind Siegel allgemein gültig und aussagekräftig und wie sind sie zu „interpretieren“? Es gibt weltweit rund 400 Siegel und wir möchten den Dschungel etwas lichten.

CO2-Ausgleich durch Spenden?

Bei Atmosfair und Myclimate kann man sich ausrechnen, wieviel CO2 die Flugreise verursacht und entsprechend spenden, um Projekte für neu gepflanzte Bäume, Wasserbrunnen und Tierschutz zu unterstützen. Aber natürlich ist die Frage, ob das wirklich den Flug „neutralisieren“ kann. In Kleve ist die Rhein-Waal-Fachhochschule für Nachhaltigen Tourismus – dort möchten wir mit Wissenschaftlern und Studenten über das Thema sprechen. Aber am Ende verursachen ja nicht nur die An- und Abreise CO2, sondern es werden Infrastruktur, Parkplätze, neue Geschäfte und große Hotelanlagen mit Klimaanlage und Pool gebaut, wir verursachen zusätzlichen Müll und Luftverschmutzung. Und wir möchten herausfinden, wie man sich hier am nachhaltigsten verhalten kann.

Mobilität

Außerdem widmen wir uns dem Thema Mobilität – vor allem dem Car-Sharing. Das ist ja erstmal eine gute Idee und nachhaltiger, als immer ein eigenes Auto zu besitzen und nutzen. Aber es gibt Studien, die besagen, dass durch Car-Sharing wieder viel mehr Leute Autos und weniger den Nahverkehr nutzen – und das ist ja genau das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Wir werfen auch einen Blick auf die Bahn und freuen uns natürlich auch über eure Fragen und Ideen zum Thema.

WDR5 QUARKS | Radiobeitrag