Bewegung tut uns gut – aber es gibt auch Bewegung, die nicht nur uns selbst sondern auch unserer Umwelt gut tut. Die Rede ist von Plogging. Das heißt (Plastik-)Müll aufsammeln beim Joggen. WDR2 hat die Grünköpfe eingeladen.

Wer gerne läuft, der kennt das vielleicht: egal ob im Park, am Straßenrand, am See oder in der Stadt, überall liegt am Wegesrand oder im Gebüsch Müll rum. Und weil es schöner ist auf sauberen Strecken zu laufen, haben sich ein paar Sportler in Schweden überlegt, dass sie einfach Müllbeutel mitnehmen und beim Joggen aufräumen. Plocka heißt nämlich zupfen, aufpicken. Dazu kommt das Wort Jogging, fertig ist „Plogging“. Das geht bei jedem Tempo – auch beim Spazieren und Wandern.

Verabredung über´s Netz

Wir verabreden uns zum Beispiel immer über die sozialen Netzwerke, erstellen einmal im Monat eine öffentliche Lauf-Veranstaltung, die Kölner Abfallbetriebe stellen uns Müllbeutel und Handschuhe zur Verfügung und dann geht´s los. Meist ploggen wir in zwei Gruppen, eine läuft etwas gemütlicher – da sind auch Walker und Eltern mit Kinderwagen dabei – und kürzer, die andere Gruppe läuft etwas schneller und länger. Und dann gerät man in einen Sammelwahn, jeder will als Erstes an der Zigarettenschachtel sein – die Plogger sind auf jeden Fall immer eine Mischung aus schockiert, was so rumliegt, und stolz, wenn man was wegräumt. Von zerknüllten Brötchentüten, vollen Babywindeln, aber auch Feuerlöschern, Tastaturen, ganzen Grills und dem gesamten Zubehör gibt es nichts, was man nicht finden würde. Bürostühle, Zigarettenschachteln, die Liste ist endlos.

Ist das wirklich Sport?

Aber hallo. Das permanente Stoppen und Anlaufen, das Bücken und Aufrichten sind richtig anstrengend, eine Art Intervalltraining mit Kraftausdauer – also vielen Kniebeugen mit Zusatzgewicht. Die Müllbeutel wiegen nämlich von Kilometer zu Kilometer mehr… Ein perfektes Training für starke Beine und eine willkommene Abwechslung vom Laufalltag. Und das zusammen mit Gleichgesinnten.

 

Plogging überall

Mittlerweile machen immer mehr Städte bei uns im Westen mit, neben Köln auch Düsseldorf, Bochum, Remscheid, Bielefeld, Refrath… Es gibt auch Plogging auf dem Wasser, da düst man dann mit Paddelboard und Müllbeutel los. Aber es kann natürlich jeder selbst alleine losploggen. Und wer mag kann auch die städtischen Abfallbetriebe kontaktieren. Die helfen in Köln am 5.Juni auch wieder mit – da ist Weltumwelttag und damit auch der erste Welt-Plogging-Tag und weltweit treffen sich Plogging-Gruppen zum Aufräumen. Am Ende kommt immer extra ein Müllwagen vorbei und wir können die Müllbeutel ordnungsgemäß entsorgen – bevor wir dann ohne Müll wieder nach Hause laufen. Auf einer zumindest für ein paar Tage etwas aufgeräumteren Strecke…