Tipp No.1: Weniger ist mehr

Ein ganzer Kleiderschrank voll mit nichts zum Anziehen. Könnte es vielleicht auch daran liegen, dass der Schrank zu voll ist? Du hast keinen Überblick mehr darüber, was du überhaupt besitzt? Dann ran an die Arbeit. Denn unser wichtigster Tipp zum Starten: Sortier aus – und zwar gnadenlos. Du hast ein Teil seit drei Jahren nicht mehr getragen? Spende es, verschenk es, verkauf es. Aber häng es nicht wieder auf den Bügel. Du wirst es mit ziemlicher Sicherheit auch in den nächsten drei Jahren nicht tragen. Zusatztipp: Sortier die Sachen beim Ausmisten. Was darf bleiben, was soll weg und was soll eventuell noch mal eine zweite Chance bekommen?

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Einmal richtig ausmisten

Tipp No. 2: Hol dir Hilfe

Es gibt prima Bücher zum Thema Ausmisten. Eins davon hat die Bloggerin Anuschka Rees geschrieben und es heißt: Das Kleiderschrank-Projekt. Die Kernaussagen: Finde deinen Stil und orientiere dich daran – statt an den dem, was dir gerade mal wieder als neuester Trend verkauft wird. Kauf lieber ein gutes Stück, statt fünf minderwertige. Und ganz wichtig: Modebewusstsein und Umweltbewusstsein schließen sich nicht aus.

Tipp No.3: Achte auf Materialien

Der Pulli juckt auf der Haut? Und in dem einen Shirt schwitzt du immer so schnell? Könnte am minderwertigen Matrial liegen. Grundsätzlich ist Kunststofffaser nicht gut für die Umwelt, weil sich beim Waschen Mikropartikel ablösen und sich das Material nicht zersetzt, wenn es entsorgt wird. Bei Funktionskleidung sind Kunststofffasern aber auch manchmal sinnvoll. Wäge ab, was du wirklich brauchst. Und informiere dich über Alternativen – Anita erzählt dir in ihrem Blog mehr über Mode aus Algen, Holz oder Papier.

Tipp No.4: Checke die Siegel

Ein grünes Pflänzchen, eine Weltkugel oder irgendwas mit dem Wort „Certified“ – es gibt haufenweise Siegel, die die Nachhaltigkeit von Mode belegen sollen. Das Siegel des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft IVN gilt als das ökologisch strengste Siegel am Markt. Sythentikfasern sind zum Beispiel ausgeschlossen und das Siegel bewertet die gesamte Kette vom Rohstoffanbau bis zum Endprodukt. Es gibt aber auch andere Siegel, die bei der Kaufentscheidung helfen können, Greenpeace hat viele davon gecheckt.

Tipp No.5: Gib kleinen Shops ein Chance

Du magst selbst gemachtes? Dann schau doch mal bei Etsy oder Dawanda vorbei, da sind nämlich viele Menschen unterwegs, die Kleidung mit viel Liebe selbst nähen und verkaufen. Da ist nichts für dich dabei? Bevor du jetzt wieder zu einer der großen Ketten rennst, schau dir doch mal die vielen nachhaltigen Shops für Mode im Netz an, zum Beispiel Armed Angels, Avocadoshop, Greenality oder Grüne Erde. Utopia.de stellt die verschiedenen Shops in einer Übersicht vor.

Tipp No.6: Mach anderen eine Freude

Du hast Freunde? Das ist schonmal prima. Deine Freunde haben Kleiderschränke? Höchstwahrscheinlich. Und dann haben sie mit ziemlicher Sicherheit auch zu viele Sachen, die sie nicht mehr anziehen. Warum tauscht ihr nicht einfach ein bisschen hin und her? Was dir nicht mehr gefällt könnte jemand anderem eine große Freude machen. Und ein lustiger Abend mit Anprobieren, Stilkritik und lustigen Geschichten zu den Kleidungsstücken ist euch auf jeden Fall sicher.

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Kleidung über Kleiderkreisel verkaufen

Tipp No.7: Verdiene Geld mit deiner Kleidung

Du hast da dieses tolle Abendkleid, die Motorradjacke aus Leder oder die Anzugshose, die wirklich noch schön ist, aber nicht mehr passt? Zu schade für die Kleidersammlung? Dann verkauf die Sachen doch einfach. Klar, du bekommst natürlich nur noch einen kleinen Teil des ursprünglichen Preises – aber immer noch besser, als die Sachen im Schrank verstauben zu lassen. Wenn du nicht so der Typ bist, um dich auf den Flohmarkt zu stellen, probier es doch mal mit Kleiderkreisel.

Tipp No. 8: Spenden – aber richtig

Kleidung im Sack mit Zettel dran vor die Tür zu stellen oder sie in den nächstbesten Container um die Ecke zu werfen ist meistens keine gute Idee. Oft sind die Betreiber unseriös und wollen mit den Spenden Kasse machen. Sie verkaufen sie an Unterhändler, die sie dann in Entwicklungsländern verscherbeln. Und das zerstört die lokale Textilidustrie und vernichtet Jobs. Wie ihr seriöse Container erkennen könnt, erfahrt ihr bei Codecheck. Also: Drauf achten, wer den Container aufgestellt hat. Oder am Besten direkt vor Ort in deiner Stadt spenden. Einfach bei Notschlafstellen oder Kleiderkammern anrufen und fragen, ob dort Bedarf ist!

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Mit einem Waschbeutel Synthetikfasern auffangen

Tipp No.9: Pass beim Waschen auf

Oft enthält unsere Kleidung Kunstfasern. Polyamid zum Beispiel, Polyacryl, Elastan oder Polyester. Wenn wir sie waschen, lösen sich davon winzig kleine Teilchen ab und landen als Mikroplastik im Wasserkreislauf. Studien zufolge können es pro Waschgang bis zu 1.900 Fasern sein. Pro Kleidungsstück. Also frag dich, wie oft die Sachen wirklich gewaschen werden müssen. Und schau dir mal den Waschbeutel von Guppyfriend an. Der ist entwickelt worden, um Plastikpartikel beim Waschen aufzufangen.

Tipp No.10: Wissen ist Macht

Informiere dich über die Hersteller und Händler. Wo wird zu welchen Bedingungen produziert? Was bedeutet welches Zertifikat? Welche Stoffe sind schädlich für die Umwelt? Kauf lieber weniger Teile mit guter Qualität, an denen du lange Freude hast, als Billigkram, der schnell ausgeleiert ist. Davon haben alle was. Die, die die Kleidung nähen, die Umwelt, die weniger belastet wird und auch du – denn auf einmal hast du einen Kleiderschrank voll mit Sachen, die du gerne anziehst!

Hast du noch andere Tipps zum Thema? Dann lass uns doch gerne einen Kommentar da!