Die Plastiktüte im Supermarkt, das Tetra-Pack mit Milch oder die Waschmittel-Flasche – das ist Plastik, das sich relativ einfach vermeiden lässt. Wir sehen es, wir können es anfassen und uns vorstellen, wie es als Müll in der Umwelt landet. Und dann entsprechend handeln. Aber es gibt auch Plastik, das so winzig ist, das uns vielleicht gar nicht bewusst ist, wie sehr wir auch damit die Umwelt belasten. Es geht um Mikroplastik. Das sind Plastik-Partikel, die kleiner als 5 Milimeter sind, auch flüssige oder gelförmige Kunststoffe gehören dazu. Und weil Kläranlagen bisher nicht in der Lage sind, diese winzigen Partikel komplett aus dem Abwasser zu filtern, landet das Mikroplastik ziemlich ungehindert in unseren Gewässern und in unsere Böden.

Mikroplastik Strand Meer
By Raceforwater (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Plastik statt Plankton

Die Umwelt hat kaum Chancen, sich von dem Platik wieder zu befreien. In unseren Seen, Flüssen und Meeren schwimmmen schon jetzt riesige Mengen der winzigen Plastikteilchen, mit schweren Folgen für unsere Umwelt. Der BUND sagt, dass bei Meerestieren das Mikroplastik für pyhsiologische Störungen, Tumorbildung und höhere Sterberaten verantwortlich ist. Laut BUND-Meeresschutz-Expertin Nadja Ziebarth ist besonders gefährlich, dass Mikroplastik auf Giftstoffe im Wasser wie ein Magnet wirkt. An Mikroplastik seien bis zu hundertfach höhere Schadstoffkonzentrationen gefunden worden, als im Umgebungswasser.

Mit dem Mikroplastik nehmen Meereslebewesen die Schadstoffe auf und diese landen am Ende auch auf den Tellern der Menschen.

Um das zu verhindern, müssen wir uns überlegen, wie wir Mikroplastik vermeiden können. Und dafür müssen wir wissen, wo es sich versteckt. Hier gibt es drei große Bereiche in unserem Alltag, die wir mehr oder weniger gut beeinflussen können: Kosmetik, Kleidung und Autofahren.

Peeling, Zahncreme, Duschgel – voll mit Plastik

Kosmetik ist der wohl bekannsteste Bereich, in dem winzige Plastikteilchen eine Rolle spielen. Denn das ist immer wieder Thema in Medienberichten und Foren. Das Umweltbundesamt geht allerdings davon aus, dass Mikroplastik in Kosmetika nur einen relativ kleinen Beitrag zur Umweltverschmutzung leistet. Laut einer Studie werden pro Jahr in Deutschland etwa 500 Tonnen winziger Polyethylen-Teilchen in Kosmetik verwendet. Aber auch die sind laut UBA vermeidbar. Es gibt schließlich Kosmetika, die ohne Plastik auskommen. Also Augen auf beim Einkaufen. Hier kann zum Beispiel die App Code Check helfen. Einfach kurz den Barcode eines Produktes scannen und schon wisst ihr, ob Mikroplastik drin ist. Und es ist doch viel schöner, im Sommer im Meer zu baden, ohne, dass eine Plastik-Sonnnencreme-Schicht dabei ins Meer gewaschen wird.

Code Check Mikroplastik Kosmetik
Ist Mikroplastik in meiner Sonnencreme?

Synthetikfaser – Mikroplastik aus der Waschmaschine

Was mir bisher gar nicht so bewusst war: Auch aus unserer Kleidung landet ganz schön viel Plastik in der Umwelt. Denn waschen wir Synthetikkleidung in der Waschmaschine, lösen sich kleinere Kunststofffasern ab und wandern durch den Schlauch ins Wasser. Laut einer EU-Studie landen aus den Waschmaschinen europaweit jedes Jahr 30.000 Tonnen Synthetik-Fasern im Abwasser. Hier ist zum Einen die Textilindustrie gefragt, wieder stärker auf Naturfasern zu setzen. Zum anderen sollten wir bei jedem Kleidungsstück überlegen, ob wir es wirklich brauchen. Denn allein die Menge der weltweit verkauften Kleidung ist ein Problem. Wir tragen viele Stücke nur kurz, dann landen sie im Müll und belasten die Umwelt. Dieses Konsumverhalten müssen wir  dringend überdenken. Wer viel Synthetik im Kleiderschrank hat, hat übrigens noch eine gute Möglichkeit, beim Waschen Plastikfasern heraus zu filtern – mit einem Waschbeutel wie dem Guppyfriend.

Guppyfriend Washing Bag Waschbeutel Mikroplastik Synthetikfaser
Mit einem Waschbeutel Synthetikfasern auffangen

Autoreifen – jeder Kilometer produziert Plastik

Reifenabrieb hat bei uns den größten Anteil am Mikroplastik. Studien zufolge sind es in Deutschland bis zu 120.000 Tonnen Reifenabrieb pro Jahr. Bei jeder Fahrt verlieren die Reifen kleine Gummipartikel. Die kleben erstmal auf der Straße und werden dann weitergetragen oder der Regen wäscht sie aus. Im Reifenabrieb sind zum Beispiel Zink und Weichmacher enthalten, die in der Natur landen. Forscher überlegen, wie man diesen Abrieb besser auffangen und entsorgen kann und wie Reifen verbessert werden können. Aber natürlich können auch wir Autofahrer unseren Beitrag leisten. Klar, öfter mal das Auto stehen lassen – aber das geht nicht immer. Dafür können wir beim Reifenkauf darauf achten, gute Modelle zu kaufen, die sich nur langsam abfahren. Und wir können entspannter Gas geben und bremsen, denn auch unsere Fahrweise hat Einfuss darauf, wie viel Gummi vom Reifen auf der Strecke bleibt.

Autoreifen Mikroplastik Abrieb
Bei jeder Fahrt bleibt Gummi auf der Straße zurück

Plastik drastisch reduzieren

Wer bei den drei Beispielen genauer hinschaut, leistet auf jeden Fall einen zusätzlichen Beitrag zum Umweltschutz. Am wichtigsten bleibt aber nach wie vor, die großen Plastikverpackungen zu vermeiden. Und Verpackungen unbedingt richtig zu entsorgen, damit sie im Besten Fall recycled oder zumindest fachgerecht verbrannt werden können. Denn landet zum Beispiel eine Schampoo-Flasche im Meer, zersetzt sie sich nach und nach und es entsteht eine riesige Menge an Mikroplastik. Nur mal für den Hinterkopf: Weltweit werden pro Jahr rund 300 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt. Und davon landen geschätzt bis zu 30 Millionen Tonnen in den Meeren. (Quelle: Umweltbundesamt 2013). Das geht doch wirklich besser!