Essen, frei von tierischen Produkten, kein Fleisch oder Fisch, keine Eier und Milch, kein Käse, kein Honig. Unsere Bilanz zum veganen Selbstversuch.

Caro: Ich habe es leider eher falsch gemacht. Ich habe mich nämlich vor allem auf Ersatzprodukte gestürzt und mich dadurch viel ungesünder ernährt, als ich das eigentlich tun würde – und mich dementsprechend auch nicht so gut gefühlt.

Anita: Ich fand den Monat richtig gut. Ich musste weder hungern, noch Dinge essen, die fad oder öko schmecken. Ich habe sogar eine Leistungsverbesserung gespürt. Ich mache Triathlon und war nach schweren Trainingseinheiten schneller wieder erholt. Und ich habe viele neue Rezepte ohne Fleisch und Co ausprobiert – und Leute eingeladen, die es auch lecker fanden.

Die medizinische Sicht

Anita: Ich war vor dem veganen Monat bei der Blutentnahme, um auf B12, Folsäure, Cholesterin und Eisen zu testen. Die Ergebnisse nach jetzt 3,5 Wochen zeigen: mein Eisenwert ist etwas gesunken, ich bin aber immer noch im absoluten Normbereich. Mein Cholesterin ist von 232 auf 205 gesunken – Normwert sind 200 Milligramm. Und mein B12 ist identisch – da dauert eine sichtbare Veränderung aber oft länger. Das habe ich im Auge.

Wie geht´s weiter?

Anita: Mit einem Online-CO2-Rechner bin ich vorher auf rund 40kg CO2 in einem Monat gekommen. Jetzt bin ich bei nur noch 25 kg CO2. Das ist alles nur grob berechnet, ich habe meine Essensmengen nicht abgewogen, aber Tagebuch geführt und die Bilanz ist deutlich: veganes Essen ist nachhaltiger. Also werde ich weiter vegan essen. Ich vermisse nichts und fühle mich besser.

Caro: Durch unsere Ernährung verbrauchen wir Deutschen eine virtuelle Fläche von fast 19 Millionen Hektar. Das entspricht etwa der Hälfte der Größe unseres Landes. Der WWF sagt, dass mehr als acht Millionen davon nur für unseren Fleischkonsum nötig sind. Und dabei muss man ja auch bedenken, dass wir diese Fläche ja gar nicht nur bei uns zu Hause sondern zu einem großen Teil auch in anderen Ländern belegen. Zum Beispiel in Brasilien, wo Regenwald und Savanne zerstört werden, um auf riesigen Plantagen Soja als Futter für unsere Nutztiere anzubauen. Dadurch belegen wir in Brasilien für unseren Konsum eine Fläche etwa so groß wie das Bundesland Hessen, die den Menschen dort nicht mehr zur Verfügung steht. Deshalb werde ich auf jeden Fall weiter vegetarisch bleiben und versuchen, viele Milchprodukte durch Soja zu ersetzen.

Das ganze Gespräch vom 25.Januar in WDR5 Leonardo

Foto: Isabel Falconer