Zwei Wochen sind rum seitdem ich vegan esse. Und ich muss sagen, ich fühle mich gut!

Vegan on tour

Unterwegs, vor allem in anderen Städten, muss ich manchmal ein bisschen mehr Ausschau halten, aber gerade Café-Ketten und größere Restaurants haben – so mein Eindruck bisher – eigentlich immer eine kleine Auswahl an vegan zubereitetem Essen und Trinken. Der Spinat-Wrap mit Nüssen und Karotten war zum Beispiel sehr lecker. Und Rote-Beete-Saft geht sowieso immer.

Veganes Sushi

In Köln habe ich sogar einen rein veganen Sushi-Laden entdeckt. Und durch die Algen, den Ingwer und das Wasabi steht die fischfreie Variante dem unveganen Sushi in nichts nach. Süßkartoffel statt Lachs, Tofu statt Thunfisch – ausprobieren lohnt sich. Vegan für alle.

Spaghetti Bolo

Mindestens genauso positiv überrascht war ich von der veganen Spaghetti Bolognese. Eine Freundin hat mich eingeladen. Und hätte sie mir nicht gesagt, dass das eine fleischlose Bolo ist, dann hätte ich es vermutlich nicht einmal gemerkt. Die Spaghetti sind natürlich Hartweizen ohne Ei. Für die Soße hat sie mit der Gabel zerdrückten Naturtofu scharf angebraten, Knoblauch, Zwiebeln und Tomatenmark dazu gegeben und alles mit passierten Tomaten abgelöscht. Als Topping gab es statt Parmesan gemahlene Mandeln mit Salz und Basilikum. Köstlich.

Vegane Bolo

Mein Wohlbefinden

Ich kann zu meinem Wohlbefinden im Moment ein paar Dinge sagen, die ich noch nicht zwingend auf das vegane Essen schieben will. Aber möglich wäre es. Ich habe erstens ein bisschen Gewicht verloren – statt 61,5 stehen gerade noch 58,7 Kilo auf der Waage. Ich fühle mich leichter und definierter und das ohne gehungert zu haben. Im Gegenteil. Ich mache ja keine Diät, ich esse im Moment sogar massenweise Pasta. Ich trainiere seit einer Woche zwar auch wieder etwas mehr. Allerdings hieß das früher immer, dass ich auch mehr gegessen habe und niemals, dass ich durch Sport abgenommen hätte. Vegan scheint also das Wohlbefinden zu steigern.

Vegan und Sport

Ich vermute vorsichtig, dass das Weglassen von tierischen Fetten einer der Gründe sein könnte. Ich muss aber auch dazu sagen, dass die Umstellung auf mehr Kohlenhydrate aus Brot, Nudeln und Reis am Anfang ordentlich die Verdauung neu ordnet, einen Blubberbauch macht und eine Weile braucht. Obst und Gemüse habe ich schon immer viel gegessen. Aber jetzt merke ich, dass sich alles reguliert.

Leichter aufstehen

Dass ich besser oder durchgehender schlafe kann ich leider noch nicht behaupten. Es gibt kaum eine Nacht, in der ich nicht mindestens einmal zur Toilette gehe, weil ich abends trainiere und dadurch auch mehr trinke. Aber ich komme morgens irgendwie besser aus dem Bett, teilweise sogar ohne Wecker. Ich fühle mich meistens ausgeschlafener, auch wenn sich an meinem Schlafverhalten bisher nichts geändert hat. Allerdings meine ich sagen zu können, dass sich an meiner Erholung nach dem Training gerade etwas ändert.

Schneller erholen

Nach schweren Einheiten wie Laufintervallen oder langen Etappen auf dem Indoor-Rad hatte ich am nächsten Tag oft schwere Beine. Letzte Woche habe ich vier schwere Einheiten an vier Tagen hintereinander gemacht, ohne dass ich mich am Folgetag eingeschränkt gefühlt habe – als wären meine Muskeln nicht mehr so schnell oder lange sauer. Ich hatte immer einen veganen Energieriegel dabei. Für den kleinen Hunger zwischendurch. An meiner Leistungsfähigkeit hat sich nichts verändert, schon gar nicht negativ. Ich konnte ohne Probleme meine Intervalle laufen und 2,5 Stunden in die Pedale treten. Ich werde das beobachten.

Porridge Bowl

Was ich gemerkt habe ist, dass ich aufmerksamer geworden bin. Ich habe mal ausversehen Gemüsefrikadellen gekauft, die allerdings vegetarisch statt vegan waren, darin war nämlich Ei enthalten. Also habe ich sie einer Freundin gegeben – wegschmeißen geht gar nicht. Einen Tag musste ich eine Kopfschmerztablette nehmen und habe festgestellt, dass es auch hier Unterschiede gibt. Man bekommt vegane und unvegane Medikamente, wirklich verzeichnet ist das auf den Packungen allersdings nicht. Hier hilft nur recherchieren und den Apotheker fragen. Für diese Feinheiten nehme ich mir aber Zeit, alles auf einmal würde mich überfordern. Spannend ist es aber schon was man so zu sich nimmt ohne es zu wissen.

Vegane Salami

Ich habe mich auch mal an veganer Wurst und an Käse-Ersatz probiert. Schmeckt nicht schlecht, haut mich aber auch nicht vom Hocker. Aber da gibt es sicher viel auszuprobieren und ich werde definitiv auch weiterhin testen. Normale Salami und normaler Käse kommt mir auf jeden Fall erstmal nicht mehr in die Einkaufstüte.

Noch zwei Wochen

Um einen Einblick in die vegane Welt zu bekommen haben wir uns als GrünKöpfe einen Monat vorgenommen, aber ich weiß jetzt schon, dass ich nach diesem Monat nicht einfach wieder zu meinen alten Gewohnheiten zurück kehren kann. Erstmal bin ich aber gespannt, wie es mir die nächsten zwei Wochen ergeht und was meine Blutuntersuchung Ende Januar ergibt. Ein großes Thema sind nämlich noch Mangelerscheinungen und B12. Dazu bald mehr hier im Blog.

Vegan und Sport

Auf geht´s in Woche III. Ich wünsche euch gutes Essen und viel frische Luft!